Wie funktioniert eine Cloud-Telefonanlage und welche Funktionen bietet sie ?

Stichwörter
Cloud-Telefonanlage, VoIP, IP-Telefonie, Hosted PBX, IP-Centrex, All-IP, Internet-Router, IP-Telefon, Softphone, Smartphone, öffentliches Telefonnetz
Alternative Fragen zur gleichen Antwort
Wie telefoniere ich mit einer Telefonanlage aus der Cloud ?
Wo befindet sich die Telefonanlage bei Cloud-Telefonie ?
Wie gelangt ein VoIP-Gespräch in das öffentliche Telefonnetz ?
Welche Funktionen bietet eine Cloud-Telefonanlage ?
Welche Technik benötige ich für eine Cloud-Telefonanlage ?
Welche Vor- und Nachteile hat eine Telefonanlage aus dem Netz ?
Kurzantwort
Eine Cloud-Telefonanlage läuft nicht auf einer eigenen Anlage in Deinem Büro, sondern auf Servern des Telefonieanbieters. IP-Telefone, Computer-Apps und Smartphones verbinden sich über das lokale Netzwerk und das Internet mit dieser Plattform. Beim Telefonieren werden Sprache und Steuerungsinformationen als IP-Daten übertragen. Die Plattform vermittelt Gespräche intern oder über einen Netzübergang in das öffentliche Fest- und Mobilfunknetz.
Wie funktioniert eine Cloud-Telefonanlage ?
1. Rufnummer wählen
Du startest das Gespräch über ein IP-Telefon, ein Softphone am Computer, eine Web-App oder eine Smartphone-App. Das verwendete Gerät beziehungsweise die App ist als Nebenstelle an der Cloud-Telefonanlage angemeldet.
2. Verbindung zur Cloud-Telefonanlage herstellen
Die Signalisierung wird über Dein lokales Netzwerk, den Router und die Internetverbindung an die Plattform des Telefonieanbieters übertragen. Dort wird geprüft, wohin der Anruf vermittelt werden soll und welche Regeln für die Nebenstelle gelten.
3. Sprache als Datenpakete übertragen
Während des Gesprächs wird die Sprache digitalisiert und in Datenpaketen übertragen. Für eine gute Sprachqualität sind insbesondere eine stabile Internetverbindung, geringe Verzögerungen sowie möglichst geringe Paketverluste und Laufzeitschwankungen wichtig.
4. Gespräch an das Ziel vermitteln
Rufst Du eine andere Nebenstelle derselben Telefonanlage an, vermittelt die Plattform das Gespräch innerhalb des Systems. Bei einer externen Festnetz- oder Mobilfunknummer erfolgt die Übergabe über den Telefonieanbieter an das öffentliche Telefonnetz.
5. Eingehende Anrufe zustellen
Bei einem eingehenden Anruf ermittelt die Cloud-Telefonanlage anhand der Rufnummer und Deiner Konfiguration, welche Nebenstelle, Rufgruppe, Warteschlange oder Weiterleitung angesprochen werden soll.
Was wird im Unternehmen benötigt ?
eine stabile und ausreichend dimensionierte Internetverbindung,
ein geeignetes lokales Netzwerk sowie ein passend eingerichteter Router und eine Firewall,
kompatible IP-Telefone, Computer mit Headset oder Smartphone-Apps,
eingerichtete Rufnummern, Benutzer und die benötigten Lizenzen,
ein Ausfallkonzept für Unterbrechungen der Internetverbindung oder Stromversorgung.
Welche Funktionen kann eine Cloud-Telefonanlage bieten ?
Der konkrete Funktionsumfang hängt vom Anbieter, Tarif, Endgerät, der gebuchten Lizenz und der jeweiligen Konfiguration ab. Die folgende Übersicht bildet die Funktionen der bisherigen Webseite vollständig ab.
Administration
Über ein webbasiertes Administrationsportal lassen sich unter anderem Benutzer, Nebenstellen, Rufnummern, Geräte, Gruppen, Zeitpläne und Weiterleitungen zentral verwalten.
Anklopfen
Während eines laufenden Gesprächs kann ein weiterer eingehender Anruf durch einen Anklopfton oder eine Anzeige signalisiert werden.
Anrufbeantworter und Voicemail
Digitale Anrufbeantworter nehmen Nachrichten entgegen. Je nach System können Nutzer Nachrichten über Telefon, App, Webportal oder E-Mail abrufen und persönliche Ansagen verwalten.
Anrufliste
Anruflisten zeigen angenommene, ausgehende und verpasste Gespräche. Umfang und Speicherdauer richten sich nach Anbieter, Einstellungen und Datenschutzvorgaben.
Apps für iPhone und Android
Mobile Apps binden Smartphones als geschäftliche Nebenstelle ein. So können Mitarbeiter abhängig von App und Tarif unter ihrer Bürorufnummer telefonieren, Anruflisten nutzen und Weiterleitungen steuern.
Automatische Zeitsteuerung
Zeit-, Feiertags- und Urlaubspläne bestimmen, wie eingehende Anrufe zu bestimmten Zeiten behandelt werden, beispielsweise durch Weiterleitung, Ansage, Voicemail oder Bereitschaftsdienst.
Backup-Nummer
Bei einer Störung können eingehende Anrufe auf eine hinterlegte Ersatzrufnummer, beispielsweise ein Mobiltelefon, geleitet werden. Die Funktion muss vorher eingerichtet und getestet werden.
Besetztlampenfeld
Ein Besetztlampenfeld, kurz BLF, zeigt den Gesprächs- oder Erreichbarkeitsstatus ausgewählter Nebenstellen. Abhängig von Berechtigungen kann damit auch eine Rufübernahme oder Direktwahl verbunden sein.
Black- und Whitelist
Sperr- und Freigabelisten können bestimmte Rufnummern oder Rufnummernmuster blockieren beziehungsweise ausdrücklich zulassen.
Chefassistenz
Chefassistenz-Funktionen steuern Anrufe zwischen Führungskraft und Assistenz. Dazu können Vertretungsregeln, gefilterte Anrufzustellung, Direktwahl und besondere Berechtigungen gehören.
CTI-Funktion
Computer Telephony Integration verbindet Telefonie mit Anwendungen am Arbeitsplatz. Möglich sind beispielsweise Wählen per Mausklick, Anruferkennung und das Öffnen passender Kundendaten in einem CRM-System.
Telefonanschluss und Rufnummern
Der Anbieter stellt die Verbindung zum öffentlichen Telefonnetz sowie die vereinbarten Rufnummern bereit. Eine klassische lokale ISDN-Telefonanlage ist dafür nicht erforderlich; benötigt wird jedoch eine geeignete Internetanbindung.
Empfang und Rezeption
Eine Vermittlungs- oder Rezeptionisten-Konsole zeigt Kontakte und den Status von Mitarbeitern und unterstützt beim Annehmen, Halten und Weiterverbinden von Gesprächen.
Endgeräte
Je nach Plattform kann über IP-Tischtelefone, DECT-Geräte, Computer mit Softphone und Headset, Web-Apps oder Smartphones telefoniert werden. Vorhandene Geräte müssen auf Kompatibilität geprüft werden.
Faxe senden und empfangen
Virtuelle Faxfunktionen ermöglichen das Senden und Empfangen von Faxen über Webportal, App oder E-Mail. Verfügbarkeit, Dateiformate und Rufnummern richten sich nach dem gewählten Produkt.
Follow Me
Follow-Me-Regeln lassen eingehende Anrufe nacheinander oder abhängig von Zeit und Erreichbarkeit an verschiedenen Geräten und Rufnummern signalisieren.
Funktionszugangscodes
Tastencodes ermöglichen je nach Anlage den direkten Aufruf von Funktionen wie Rufumleitung, Makeln, Transfer, Konferenz oder Gesprächsübernahme.
Gesprächsaufzeichnung
Wenn Anbieter, Tarif und Endgerät es unterstützen, können Gespräche aufgezeichnet werden. Vor dem Einsatz müssen insbesondere Datenschutz, Vertraulichkeit, Informationspflichten, Einwilligungen, Speicherort, Zugriffsrechte und Löschfristen geklärt werden.
Gesprächsübernahme
Mit der Rufübernahme können berechtigte Mitarbeiter einen Anruf übernehmen, der an einer anderen Nebenstelle oder innerhalb einer definierten Gruppe signalisiert wird.
Gruppen, Abteilungen und Projekte
Rufgruppen verteilen Anrufe einer gemeinsamen Rufnummer auf mehrere Mitarbeiter, beispielsweise gleichzeitig, nacheinander oder nach festgelegten Regeln.
Integration von Mobiltelefonen
Smartphones lassen sich über eine App, Mobilfunkintegration oder Weiterleitung in das Erreichbarkeitskonzept einbinden. Der mögliche Funktionsumfang hängt von der eingesetzten Lösung ab.
Intelligente Anrufannahme und Sprachdialog
Ein Sprachdialog beziehungsweise IVR begrüßt Anrufer, fragt Auswahlentscheidungen ab und leitet das Gespräch anhand festgelegter Regeln an die passende Abteilung oder Information weiter.
Call-Center und ACD
Automatic Call Distribution verteilt eingehende Gespräche anhand von Warteschlangen, Fähigkeiten, Prioritäten oder Verfügbarkeit an geeignete Mitarbeiter. Berichte und Kennzahlen können die Steuerung ergänzen.
Kontakte und Telefonbuch
Zentrale Firmenkontakte, persönliche Kontakte sowie Daten aus Outlook, einem CRM-System oder dem Smartphone können abhängig von der Integration für Suche und Wahl bereitstehen.
Kosten und Abrechnung
Typisch sind monatliche Kosten für Benutzer, Lizenzen, Rufnummern, Optionen und Endgeräte sowie nutzungs- oder tarifabhängige Gesprächskosten. Internetanschluss, Einrichtung und Support sind gesondert zu berücksichtigen.
Kurzwahl
Häufig verwendete Ziele lassen sich über kurze Ziffernfolgen, Favoriten oder programmierte Tasten schneller anrufen.
Namensanzeige am Telefon
Bei passenden Kontaktdaten kann das Endgerät zu einer Rufnummer einen Namen aus dem persönlichen, unternehmensweiten oder integrierten Adressbuch anzeigen.
Notruf 110 und 112
Notrufe müssen entsprechend den Vorgaben des Anbieters und dem tatsächlichen Standort der Nebenstelle eingerichtet werden. Bei standortunabhängiger Nutzung ist besonders zu prüfen, welche Standortinformation übermittelt wird und welche Einschränkungen gelten.
Outlook-Integration
Eine Outlook-Integration kann Kontakte für die Wahl bereitstellen und abhängig von der Lösung Anrufe, Präsenzinformationen oder Journaleinträge mit der Telefonie verbinden.
Papierfax über Analog-Adapter
Analoge Faxgeräte können in manchen Umgebungen über einen Analog-Telefon-Adapter und gegebenenfalls T.38 betrieben werden. Kompatibilität und Stabilität müssen praktisch geprüft werden; ein digitales Fax ist häufig die robustere Alternative.
Paralleles Klingeln
Ein Anruf kann gleichzeitig auf mehreren registrierten Geräten oder zusätzlich auf einer externen Rufnummer signalisiert werden.
Rufnummer anzeigen oder unterdrücken
Je nach Berechtigung und Anschluss kann bei ausgehenden Gesprächen eine freigegebene geschäftliche Rufnummer angezeigt oder die Rufnummernanzeige unterdrückt werden.
Rufnummern
Je nach Verfügbarkeit und regulatorischen Voraussetzungen können einzelne Ortsrufnummern, Rufnummernblöcke und weitere Rufnummernarten bereitgestellt oder bestehende Rufnummern portiert werden.
Sammel- und Gruppenrufnummern
Eine gemeinsame Rufnummer kann mehreren Mitarbeitern oder Geräten zugeordnet werden. Die Verteilung erfolgt über eine Rufgruppe, Warteschlange oder andere Routing-Regeln.
TAPI-Schnittstelle
TAPI kann Telefonie mit kompatiblen Windows-Anwendungen, Outlook oder CRM-Systemen verbinden. Funktionsumfang und Unterstützung hängen von Client, Betriebssystem und Anbieter ab.
Servicerufnummern
Servicerufnummern wie 0800 oder 0180 können abhängig von Anbieter, Vertrag und regulatorischen Voraussetzungen mit der Telefonanlage verbunden und auf passende Ziele geroutet werden.
Service und Support
Dokumentation, Fernsupport, Konfigurationshilfe und Entstörung richten sich nach Anbieter und vereinbartem Serviceumfang. Reaktions- und Entstörzeiten sollten vorab festgelegt werden.
Smartphone
Ein Smartphone kann als mobile Nebenstelle dienen. Mitarbeiter bleiben unter ihrer geschäftlichen Rufnummer erreichbar und können abhängig von der Lösung über WLAN, Mobilfunkdaten oder das Mobilfunknetz telefonieren.
Softclient und Softphone
Ein Softphone ist eine Anwendung für Computer oder Mobilgerät. Mit Mikrofon, Lautsprecher oder Headset können darüber Telefongespräche geführt und weitere Anlagenfunktionen genutzt werden.
Tastenbelegung
Programmierbare Tasten können beispielsweise mit Kontakten, Besetztlampenfeldern, Weiterleitungen, Rufübernahme, Anrufliste oder Konferenzfunktionen belegt werden.
Telefongebühren
Gesprächskosten hängen von Tarif, Zielzone und gebuchten Optionen ab. Ein pauschaler Gleichstand mit früheren ISDN-Tarifen lässt sich nicht unterstellen.
Flatrate-Tarife
Für bestimmte Zielnetze können Flatrates angeboten werden. Geltungsbereich, Fair-Use-Regeln, Sonderrufnummern, Auslandsziele und die Zuordnung pro Benutzer oder Nebenstelle müssen im Tarif geprüft werden.
Telefonkonferenzen
Mehrere Teilnehmer können über einen Konferenzraum, eine Einwahlnummer, eine App oder durch Zusammenführen bestehender Gespräche verbunden werden. Zugangs-PIN und Teilnehmergrenzen hängen vom System ab.
Verschlüsselung und Sicherheit
Signalisierung und Sprachübertragung können abhängig von Anbieter, Netzweg und Endgerät beispielsweise mit TLS und SRTP geschützt werden. Das ist nicht automatisch mit einer durchgängigen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gleichzusetzen. Sicherheitsfunktionen und tatsächlich verschlüsselte Verbindungsabschnitte müssen konkret geprüft werden.
Wahlwiederholung
Die zuletzt gewählten Rufnummern können erneut angerufen werden. Je nach Endgerät oder App steht dafür eine Liste mehrerer früherer Anrufe bereit.
Warteschleife und Wartemusik
Warteschleifen halten Anrufer, bis ein Mitarbeiter verfügbar ist. Ansagen und Wartemusik lassen sich abhängig vom System individuell gestalten; Rechte an verwendeter Musik sind zu beachten.
Weiterleitung
Anrufe können sofort, bei Besetzt, bei Nichtannahme, nach Zeitplan oder bei fehlender Registrierung an interne oder externe Ziele weitergeleitet werden.
Weiterverbinden
Gespräche lassen sich mit oder ohne vorherige Rücksprache halten und an eine andere Nebenstelle oder externe Rufnummer übergeben.
Typische Szenarien und Beispiele
Eine ältere Telefonanlage ersetzen
Wenn eine vorhandene Telefonanlage technisch veraltet ist, keine Updates mehr erhält oder nur aufwendig erweitert werden kann, ist eine Cloud-Telefonanlage eine mögliche Alternative. Die Plattform wird softwarebasiert weiterentwickelt; neue Funktionen und Updates stehen jedoch nur im Rahmen des jeweiligen Produkts, Tarifs und Lebenszyklus zur Verfügung.
Kundenservice gezielt organisieren
Eingehende Anrufe können über Rufgruppen, Warteschlangen, Zeitpläne oder Sprachdialoge an die passenden Mitarbeiter verteilt werden. Regeln lassen sich beispielsweise nach Geschäftszeit, Abteilung, Priorität oder Erreichbarkeit gestalten.
Einen Firmenumzug vorbereiten
Bei einem Umzug kann die Telefonie gemeinsam mit Netzwerk, Internetanschlüssen und Arbeitsplätzen neu geplant werden. Weil die Vermittlungsplattform nicht im neuen Büro installiert werden muss, lassen sich Standorte häufig schrittweise anbinden. Netzwerk, Stromversorgung, Endgeräte und Rufnummernportierung müssen trotzdem vorbereitet und getestet werden.
Auslaufendes Leasing oder Wartungsende nutzen
Läuft ein Leasing-, Wartungs- oder Supportvertrag aus, können Übernahme, Verlängerung, neue lokale Anlage und Cloud-Lösung wirtschaftlich verglichen werden. Entscheidend sind Gesamtkosten, Vertragslaufzeit, benötigte Funktionen, vorhandene Geräte und der geplante Service.
Welche Vorteile kann eine Cloud-Telefonanlage bieten ?
Großer Funktionsumfang
Funktionen wie Rufgruppen, Voicemail, Warteschlangen, Sprachdialoge und Konferenzen,
Einbindung von Zentrale, Niederlassungen, Homeoffice und mobilen Mitarbeitern,
Selbstverwaltung ausgewählter Funktionen wie Voicemail oder Rufumleitung,
skalierbare Gesprächskapazitäten entsprechend Tarif, Lizenzen und Leitungsressourcen.
Software und Updates
Die zentrale Plattform wird durch den Anbieter betrieben und aktualisiert.
Neue Funktionen können ohne Austausch einer lokalen Telefonanlage bereitgestellt werden.
Endgeräte können vorbereitet und automatisch provisioniert werden, sofern sie unterstützt werden.
Migration und Wechsel
Ein vollständiger Wechsel oder eine schrittweise Migration ist möglich.
Bestehende Rufnummern können unter den Voraussetzungen der Portierung übernommen werden.
Vorhandene SIP-fähige Systeme lassen sich je nach Lösung vorübergehend oder dauerhaft integrieren.
Neue Benutzer und Standorte können entsprechend Vertrag und technischer Kapazität ergänzt werden.
Installation und Administration
Keine eigene zentrale Telefonanlagen-Hardware im Unternehmen erforderlich,
browserbasierte Verwaltung von Benutzern, Standorten, Rufnummern und Regeln,
häufig kurzfristige Bereitstellung und Erweiterung,
zentrale Konfiguration mehrerer Standorte.
Einheitlicher Unternehmensauftritt
geschäftliche Rufnummer auch im Homeoffice oder unterwegs nutzen,
einheitliche Rufnummernanzeige auf unterschiedlichen Endgeräten,
Erreichbarkeit über Tischtelefon, Computer und Smartphone,
zentrale Regeln für Vertretungen und Weiterleitungen.
Flexibilität
Benutzer und Geräte passend zur Unternehmensentwicklung ergänzen oder reduzieren,
mehrere Standorte und mobile Arbeitsplätze gemeinsam verwalten,
Funktionen über Webportal oder App steuern,
individuelle Konfiguration nach Rolle, Abteilung und Bedarf.
Sicherheit und Betrieb
zentrale Sicherheits- und Softwareupdates durch den Anbieter,
redundante Plattformen und Rechenzentren abhängig vom Anbieter,
verschlüsselte Administrationszugänge,
vereinbarte Verfügbarkeiten und Entstörzeiten über Service Level Agreements.
Kostentransparenz
laufende Kosten häufig nach Benutzern, Lizenzen und Optionen aufgeschlüsselt,
geringere Investition in zentrale Hardware möglich,
planbare Kosten für Plattformbetrieb und Updates,
weniger Platz-, Strom- und Wartungsbedarf für eine lokale Telefonanlage.
Was gibt es zu beachten ?
Lokales Netzwerk
Das LAN und gegebenenfalls WLAN müssen für Echtzeitkommunikation geeignet sein. Switches, Router und Firewalls sollten korrekt konfiguriert werden. Quality-of-Service-Mechanismen können Sprachdaten priorisieren, ersetzen aber keine ausreichend dimensionierte Verbindung.
Bandbreite und Sprachqualität
Neben der verfügbaren Bandbreite beeinflussen Verzögerung, Jitter und Paketverluste die Sprachqualität. Die benötigte Kapazität richtet sich nach Codec und Anzahl gleichzeitig geführter Gespräche.
Internet- und Stromausfall
Fallen Internetzugang, Router, Netzwerk oder Stromversorgung aus, kann die Telefonie am betroffenen Standort eingeschränkt sein. Mögliche Maßnahmen sind eine zweite Internetanbindung, Mobilfunk-Fallback, externe Weiterleitungen und eine unterbrechungsfreie Stromversorgung.
Verschlüsselung
Ob und auf welchen Abschnitten Signalisierung und Sprache verschlüsselt werden, muss für Anbieter, Anschluss, Endgerät und App geprüft werden. Aussagen wie „vollständig Ende-zu-Ende verschlüsselt“ sind nur zulässig, wenn die konkrete technische Umsetzung dies tatsächlich gewährleistet.
Vertrag und Anbieterbindung
Zu prüfen sind Laufzeit, Kündigung, Rufnummernportierung, Datenexport, unterstützte Endgeräte, Integrationen, Serviceumfang, Entstörzeiten und Kosten für zusätzliche Benutzer oder Funktionen.
Fax und besondere Geräte
Analoge Faxgeräte, ISDN-Karten, EC-Terminals, Frankiermaschinen, Türsprechstellen sowie Alarm- und Gefahrenmeldeanlagen dürfen nicht ungeprüft über Adapter weiterbetrieben werden. Hersteller, Netzbetreiber, Dienstleister und gegebenenfalls Versicherer müssen die vorgesehene Anschlussart freigeben.
Von ISDN zu All-IP
Historischer Hintergrund
ISDN wurde in Deutschland ab Ende der 1980er-Jahre eingeführt und prägte die geschäftliche Telefonie über viele Jahre. Mit der Umstellung der öffentlichen Netze auf IP wurde der klassische ISDN-Netzbetrieb schrittweise abgelöst. Die früher angekündigte Abschaltung ist heute kein bevorstehendes Ereignis mehr, sondern Teil der abgeschlossenen beziehungsweise weit fortgeschrittenen Netzmodernisierung.
Was bedeutet All-IP ?
Bei All-IP werden Sprach- und Datendienste über IP-basierte Netze übertragen. Telefonie nutzt damit dieselbe grundlegende Protokollfamilie wie andere Netzwerkdienste. Über SIP wird typischerweise die Verbindung gesteuert; die Sprache wird als paketbasierter Datenstrom übertragen.
Mögliche Migrationswege
Native SIP-Lösung: Eine IP-fähige Telefonanlage oder Cloud-Telefonanlage nutzt SIP-Accounts oder einen SIP-Trunk.
Gateway-Lösung: Vorhandene analoge oder ISDN-Komponenten werden vorübergehend über geeignete Gateways angebunden.
Hybrider Betrieb: Bestehende Systeme und neue IP-Lösungen werden während einer Übergangszeit gemeinsam betrieben.
Vollständiger Wechsel: Rufnummern, Endgeräte, Routing und Anwendungen werden auf eine neue Cloud-Plattform migriert.
Bestandsaufnahme vor dem Wechsel
Welche Telefonanlage und welche Anschlüsse sind vorhanden ?
Wie viele gleichzeitige Gespräche werden benötigt ?
Welche Telefone, DECT-Systeme, Apps und Headsets werden eingesetzt ?
Welche Rufnummern, Blöcke, Gruppen und Weiterleitungen müssen übernommen werden ?
Welche Faxgeräte, EC-Terminals, Türsprechstellen oder Alarmanlagen sind angeschlossen ?
Welche Integrationen zu Outlook, Microsoft Teams, CRM oder anderen Anwendungen werden benötigt ?
Besondere Systeme
Faxgeräte können in geeigneten Fällen über eine analoge Schnittstelle oder einen Adapter weiterbetrieben werden; Stabilität und Protokollunterstützung müssen getestet werden. Alarm- und Gefahrenmeldeanlagen sollten nur nach Freigabe durch Hersteller und zuständige Stellen auf IP umgestellt werden. Ältere EC-Terminals und andere Spezialgeräte sollten auf eine native LAN-, WLAN- oder Mobilfunkanbindung geprüft werden.
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